FoTonale 2

Die FoTonale 2 der wfk präsentiert Ihnen zwischen dem 20.06. und dem 12.07.2015 spannende künstlerisch-tonale Forschungsarbeiten des Fachbereichs Künstlerische Fotografie. Im Zentrum stehen Untersuchungen von künstlerischen Klangstrukturen, die sich mit kunstgeschichtlichen Quellen neuartig und individuell auseinandersetzen. Lassen Sie sich von der schöpferischen Produktivität der Arbeiten überzeugen und tauchen Sie in die Welt des entrückten Blicks ein.


Öffnungszeiten:

Mo 19 – 22 Uhr
Mi 10 – 12 Uhr + 17 – 19 Uhr
Do 15.15 – 22 Uhr
Sa + So 11 – 13 Uhr

Vernissage: Sa, 20.06.2015, 12 Uhr

 

Wir wagen es – eine weitere FOTONALE. Zwar haben wir seit der FOTONALE 1 anlässlich verschiedener Ausstellungen auch Fotoarbeiten der Studierenden der wfk gezeigt, seither aber keine Solitärausstellung konzipiert. Warum: Es bedarf oftmals langer Entwicklungsphasen, bis wir vom Dozentenkollegium sagen, ja, es ist soweit, wir haben Potenzial. Hinzu kommt, dass im Juni 2015 sowohl das Rhein-Main-Gebiet als auch Wiesbaden im Besonderen, ganz im Zeichen der Fotografie steht (s. vor allem: Fototage Wiesbaden 2015). Dem wollen wir uns ebenfalls stellen bzw. anschließen.

Was hat sich nun seit der Premiere unserer FOTONALE 2008 zur jetzigen Ausgabe getan? Die Arbeiten sind „reifer“ geworden. Zur FOTONALE 2008 stand die bildnerische Forschungsarbeit zu unserer Tonalitätstheorie im Vordergrund. Die fotografischen Bilder der zweiten Ausgabe unserer FOTONALE sind schwerpunktmäßig auf Themen ausgerichtet, denen sowohl ein Konzept als auch die notwendige Wahl der bildnerischen Mittel vorausgegangen sind. Dies bedeutet, dass immer wieder, vor allem mit besonderer Befähigung zur Selbstkritik und auch der Kritik der Dozenten, daran gearbeitet wurde, das „Gemeinte“ durch die Wahl der adäquaten bildnerischen Mittel zu verstärken und damit die “immateriellen Bezugssysteme” und deren Sinnhaftigkeit zu sichern.

Christel Käßmann – Dozentin FB “Künstlerische Fotografie” – wfk

 

Wiesbadener Freie Kunstschule
Friedrichstr. 7
65185 Wiesbaden
www.w-f-k.de

Was bedeutet „Klang“?

Das größte Problem in der Vermittlung der Lehre der wfk ist der Begriff des Klangs. Was bedeutet Klang? Stellen Sie in diesen Beitrag Werke hinein, von denen Sie denken, dass sie einen unverrückbaren Klang aufweisen. Stellen Sie des Weiteren Werke hinein, von denen Sie wissen, dass sie nicht klangvoll sind. In beiden Fällen sollen sich klärende Gespräche ergeben. Der Vergleich ist auch hier der beste Lehrer!

Erfahrungsberichte

…von Absolventen des Fernstudiums sowie des Semesterstudiums

 

 

Karin Kugler

„Ein Bild ist keine „Sumsebrumse“, sondern eine geistige Aussage.“
Diese Worte meines ersten Meisters der Malerei, Wolfgang Becker, damals Leiter der Wiesbadener Freie Kunstschule (wfk), klingen auch heute noch in meinen Ohren, wie überhaupt viele weitere Sätze, die mich all die Jahre begleiteten, die aber besonders jetzt, da ich selbst mein Wissen der Malerei an ‚Schüler’ vermittle, einen noch größeren Stellenwert einnehmen.

„Wenn man vor einem Kunstwerk steht, so muss der Atem stocken und man muss unweigerlich ‚Gänsehaut bekommen‘…“, beschwor der Meister immer und immer wieder, erst dann sei ein Kunstwerk gelungen…(übrigens, beim Anschauen der Bilder des Meisters bekam ich tatsächlich stets Gänsehaut…). Diese „Gänsehaut“ blieb mir für meine eigenen Werke jedoch zunächst wegen der Konzentration auf das Handwerklich-Technische viele Jahre verschlossen. Erst nach langjährigem Studium an der Hochschule, nach Projektarbeit mit internationalen Künstlern, nach vielem Experimentieren und intensivem Arbeiten gelang es mir, nicht nur die Gestaltungsebene mit Hilfe der bildnerischen Mittel, sondern auch die Gefühlsebene in meine Arbeit einzubringen. Jetzt ist mir klar, dass all dies so geschehen musste, um auf eine künstlerische Ebene zu gelangen, wie ich sie heute erreicht habe.

Meine ersten Studienjahre waren geprägt ‚in Anlehnung’ an die Lehre des berühmten „Bauhaus“, der Akademie der Bildenden Künste in Dessau und die Tonalitätslehre der Wiesbadener Freie Kunstschule . Die Arbeiten waren sehr ‚reduziert’ und ‚geplant’, was bedeutete, dass am Anfang einer Bildgestaltung viele Überlegungen, zahlreiche Skizzen und Entwürfe standen, mit deren Hilfe sich langsam eine wohlüberlegte Komposition entwickelte.

Diese Form der Malerei habe ich mit Begeisterung einige Jahre ausgeführt. Mit der Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit merkte ich schon recht schnell, dass mir das nicht mehr reichte. Nun, da ich das „Handwerk“ beherrschte, wollte ich mehr Gefühl, mehr Individualität, mehr Gestik in meine Malerei bringen. Ich wollte ‚ausbrechen’ und fortan unterschiedliche Stilrichtungen ausprobieren und erleben!

Für mich liegt der Reiz des Malens darin, das Erlebte, das Gelebte, zu entdecken und so wiederzugeben, wie ich es empfinde. So verwundert es nicht, wenn der Titel meiner späteren Diplomarbeit lautete: „BILDerFINDUNG – von der Bildidee zur Bildaussage – ein Erfahrungsprozess.“

In der Kunst der Gegenwart existiert vieles nebeneinander: Neues und Altes, Zeitgenössisches und Antiquiertes, Spätmodernes und Postmodernes, Modisches und selbst Kitschiges. Diese Stilelemente werden mitunter so miteinander vermischt und verwoben, dass sie nur schwer auseinanderzuhalten und einzuordnen sind. Die zeitgenössische Kunst ist in ihrer Vielgestaltigkeit und Differenziertheit der Ausdruck einer Welt, die für uns wegen ihrer rasanten und widersprüchlichen Entwicklung in viele verschiedene Erfahrungsbereiche zerfällt.

Experimentierfreudigkeit und Originalität sind für eine überzeugende künstlerische Arbeit Voraussetzung. Es geht nicht ohne Handwerk, aber es geht auch nicht ohne Lust und spielerische Phantasie. Entscheidend ist, dass ich nicht nur das Malen übe, sondern auch und vor allem das Beurteilungsvermögen schärfe, das Erkennen von Qualität.
Und hier schließt sich nach 20 Jahren eigener Atelierarbeit mit Schülern, Studenten und Kunstlehrern der Kreis und auch des Sich-Bewusstwerdens der Dinge, die Wolfgang Becker schon zu Beginn des Studiums der Malerei so eindringlich forderte, ich damals aber noch nicht richtig einzuordnen vermochte: Zitat Wolfgang Becker: „Der Weg der Kunst ist harte Arbeit, die ihre Schönheit entfaltet. Wem das Malen so richtig Freude bereitet, den stört auch ein langer Arbeitstag nicht.“
Hart aber herzlich.
Danke, Wolfgang Becker.

Obertshausen, 08.09.2014

Karin Kugler
Kunstmalerin
Dipl. Kunstpädagogin

www.kk-lebensbilder.de



Norbert Weber, Saarbrücken

Hallo Herr Becker!

Endlich habe ich Zeit gefunden, meine Erfahrungen niederzuschreiben.

Am vergangen Freitag war die Vernissage meiner Ausstellung. Sehr erfolgreich, an die 100 Besucher waren anwesend. Einen ganzen Saal mit 16 Farbbildern, die ich alle in der letzten Zeit, viele auch in Wiesbaden selbst, anfertigte, haben vor allem anwesende Künstler angesprochen.

Ich bekam drei Einladungen für Folgeausstellungen. Dies verdanke ich der Sensibilisierung durch die wfk!

Herzliche Grüße

Norbert Weber

Meine Erfahrungen mit der Wiesbadener Freien Kunstschule

Ich bin durch ein Inserat in dem Magazin „Junge Kunst“ auf die wfk aufmerksam geworden.

Wegen der großen Entfernung meines Wohnortes nach Wiesbaden entschloss ich mich zu einem Fernstudium, bei dem ich auch über meine Studienzeit freier verfügen konnte.

Die Bearbeitung der mir zugesandten Lektionen zur Kompositionslehre erforderte einige Stunden Arbeitszeit am Tag! Da ich als Fernstudent auf mich und die Korrekturhinweise auf den zurückgesandten Kompositionsübungen allein angewiesen war, fiel es mir anfänglich nicht leicht, mich von eingeschliffenen Seh- und Denkgewohnheiten zu befreien!

Erst als ich meine Arbeitsweise dahingehend änderte, dass ich mir eine Liste mit Fehlern anlegte und den Fehlern richtige Lösungen gegenüberstellte, gelang es mir, nicht immer aus Gewohnheit in die gleichen Fehler zu verfallen.

Außerdem nahm ich E-mail-Kontakt auf zu anderen Fernstudenten und auch zu Vollzeitstudenten, die ich bei Seminaren vor Ort kennen lernte. Der Gedankenaustausch über anstehende künstlerische Probleme war sehr hilfreich und befreite mich aus meiner Isolation als Fernstudent. Der Vergleich der eigenen Übungen mit den Lösungen anderer öffnete mehr als einmal den Weg aus festgefahrenen Sichten!

Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich als Fotograf in der Lage war, das theoretisch Gelernte und durch die Kompositionszeichnungen Geübte auch draußen in der Wirklichkeit zu sehen! Rückwirkend erkenne ich, dass solch ein Reifeprozess ein Werdeprozess ist, der halt seine Zeit beansprucht!

Heute hat sich mein Blick auf die Wirklichkeit durch die ständige Schulung über einzelnen Lektionen deutlich geändert. Vor allem erkenne ich die abstrakten Qualitäten der äußeren Wirklichkeit und so sind mir einige fotografischen Bilder gelungen, die sich sehr deutlich von dem abheben, wie ich vor der wfk fotografierte. Ich nehme seitdem jedes Jahr erfolgreich an mehreren Künstler-Jahresausstellungen teil. Dadurch werden Organisatoren und Institutionen auf meine Bilder aufmerksam und ich erhalte Einladungen für Einzel- und Gruppenausstellungen, regional und überregional.

Besonders wertvoll erwiesen sich für mich die in der wfk angebotenen Workshops, so z.B. über die Semantisierungsschulung, über die Farbe und besonders hilfreich für mich als Fotograf eine Workshop-Reihe über künstlerische Fotografie.

Hier wird nach einer theoretischen Einführung Gelegenheit geboten, praktisch mit der Digitalkamera zu fotografieren. Die anschließende Besprechung der Bilder am Monitor war stets sachlich, kompetent und sehr ausführlich und hat mir deutliche Fortschritte gebracht!

Ich bin überzeugt: Wer sich endlich Klarheit verschaffen will über eine neue Formsprache (basierend auf Ergebnissen der neueren Hirnforschung), wer sein Blick sensibilisieren will und alte Denkgewohnheiten aufbrechen will, sich von vielen anderen abheben will durch eine neue und wirkungsvollere Bildsprache, für den ist das Studium an der wfk eine optimale Vorraussetzung zum Erreichen seiner Ziele.

Norbert Weber, Saarbrücken

Louise Grimm, Marburg 

Meine Erfahrungen mit dem Fernstudium an der wfk

Die Entscheidung, mit einem Fernstudium an der wfk zu beginnen, hat meinen gesamten Lebensplan beeinflusst. Denn die Zeitgestaltung im privaten Bereich hat eine neue Richtung genommen: Die Aufgabenbearbeitung erfordert viel Zeit. Die für das Studium aufzubringende Zeit ist für mich persönlich eine wirklich lohnende Investition im Sinne einer künstlerischen Ausrichtung. Ich erfahre eine neue Seh- und Sichtweise im künstlerischen Bereich, die mir sonst verschlossen wäre. Dafür bin ich außerordentlich dankbar. Die Beschäftigung mit künstlerischen Fragen bleibt auch nicht im Privaten stecken, sondern greift auch in den beruflichen Alltag über.

In der Praxis sieht es so aus, dass die Arbeit als Foto per E-mail an die wfk gesendet wird. Dann kommt sehr zeitnah der Kommentar zur Arbeit von Herrn Becker zurück, so dass ich nahtlos weiter arbeiten oder darüber nachdenken kann. Während meiner Ausbildung gibt es natürlich auch kritische Momente, in denen ich hadere und nicht weiter komme, aber ich hörte, das sei normal und gehört dazu. So komme ich auch irgendwie durch diese schwierigen Zeiten, wobei ich gelegentlich auch die telefonische Beratung nutze.

Der große Vorteil eines Fernstudiums liegt in der freien Zeiteinteilung für die Aufgaben und in der wirklich individuellen Begleitung. Für die einzelnen Aufgaben brauche ich viel Zeit, so dass ich schon einige Jahre an der wfk bin.  Ich bin froh, dass es diese Art der Ausbildung gibt. So konnte ich mit meinen Möglichkeiten und ohne Vorkenntnisse einen gewissen Stand erreichen.

Louise Grimm, Marburg

 

Ilona Rapp

Im Augenblick sind meine Erfahrungen mit dem Fernstudium noch überschaubar, da ich ja erst seit 4 Wochen daran teilnehme. Gerne schildere ich nachfolgend meine Motivation, das Studium zu beginnen und meine ersten Erfahrungen.

Nach vielen Jahren, in denen ich meine Fähigkeiten in der Malerei autodidaktisch und/oder mit dem Besuch von Volkshochschulkursen ausgebaut habe, hatte ich das Verlangen, mich weiterzuentwickeln.

Schnell war klar, dass meine künstlerische Weiterentwicklung nur mit einer soliden Grundlage einhergehen kann. Da ich zwei kleine Kinder habe, beschloss ich, ein Fernstudium anzutreten. Meine Wahl fiel auf die wfk, da sie einen sehr professionellen und interessanten Eindruck vermittelt.

Meine Bedenken gegen ein Fernstudium bezüglich dem vielleicht nicht vorhandenen verbalen Austausch mit Mitstudenten und Dozenten wurden schnell zerstreut. Die kurze Reaktionszeit auf Fragen via Internet und die deutlichen Stellungnahmen ließen keine Wünsche offen. Des Weiteren sind die studienbegleitenden Materialien äußerst lehr- und hilfreich.

Gruß
Ilona Rapp

 

Antje Naumann, Vancoover, Kanada

Angehenden (deutschen) Künstlern in (Nord)Amerika kann ich ein solches Fernstudium empfehlen, eben weil es sich hier um eine völlig andere Vorgehensweise, ein anderes Verstehen von „Kunst“ sowie andere Problemstellungen bei der Entwicklung von Bildern handelt als an Schulen in Kanada.

Dieses Beginnen mit den kleinen Details, angelehnt an Bauhaus-Entwicklungen; die Art und Weise, wie man durch ein Studium an der wfk „sehen“ lernt und sich am Ende mit anderen Künstlern aus aller Welt und allen Zeiten in der universellen Sprache der Malerei wiedertrifft, ist sehr faszinierend.

Es muss für einen deutschen Künstler deshalb interessant sein, sich mehr mit dem an der wfk zu erlernenden Wissen auseinander zu setzen, weil es sich von den in Nordamerika vermittelten Auffassungen von der Entwicklung eines Bildes oder Anwendung von Farben dahingehend stark unterscheidet, da man an der wfk mehr bereit ist „zu erklären“.

Während sich ein Künstler in Kanada oder Amerika bewusst oft von dem fertigen Resultat überraschen lässt, wird dieses, das Bild, an der wfk in jeder Hinsicht geplant und nichts dem Zufall überlassen.

Das ist ein großer Unterschied zu dem Vorgehen vieler Künstler in diesem Teil der Welt, in welchem gerade in der Malerei der Weg zum Bild zum Erlebnis wird, wohingegen es an der wfk zum Studium gehört zu erleben, wie einzelne Linien oder auch Farben ein Bild bestimmen und verändern können, damit dieses Wissen auf dem Weg zum Erreichen eines einmaligen und unumstößlichen Kunstobjektes einzusetzen.

Antje Naumann, Vancoover, Kanada
Beate Gödecke

Meine Erfahrungen mit dem Fernstudium an der wfk

Schon in meiner Kindheit habe ich gern gemalt. Leider habe ich mich nicht getraut, mich einem Aufnahmeverfahren an einer Kunsthochschule zu stellen. Nach einem Umweg über das Studium der Pädagogik, Psychologie und Kunsttherapie bin ich schließlich wieder zur Kunst zurückgekommen. Ein Hochschulstudium war mir nun aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr möglich. Aber der Wunsch, mich bildnerisch auszudrücken, wurde in den letzten Jahren sehr stark und ich suchte nach Möglichkeiten, meinen Bildern mehr Spannung und individuellen Ausdruck zu verleihen. Doch dabei kam ich schnell an meine Grenzen. Zwar konnte ich in diversen Volkshochschulkursen und Sommerakademien meine Arbeit mit verschiedenen Techniken und Methoden bereichern, aber es fehlten mir Kenntnisse in den Grundlagen der Komposition und dem sicheren und bewussten Umgang mit Farben. War Literatur zur Farbelehre noch zu bekommen, schien meine Suche nach guten Büchern über die Kompositionslehre fast aussichtslos. Nach intensiver Recherche bin ich auf das Fernstudium der wfk gestoßen. Es schien die Lösung für mein Problem zu sein. Es entsprach meinem Wunsch nach mehr Wissen über einen spannungsvollen Bildaufbau und professioneller Betreuung meiner künstlerischen Arbeiten. Durch den Einsatz von moderner Technik (Email, digitaler Kamera etc.) ließen sich zeitliche und räumliche Barrieren überwinden. Es schien mir die ideale Lösung für mein Anliegen zu sein und gleichzeitig konnte ich durch dieses Fernstudium mir einen Lebenswunsch erfüllen.

Mit Enthusiasmus machte ich mich an die Bearbeitung der ersten Lektionen. Der wfk ist es wichtig, Wahrnehmungsgesetze zu vermitteln und die ersten Aufgaben schienen banal und sehr abstrakt zu sein. Mit der Zeit merkte ich aber, wie schwer ich es mir mit meiner Wahrnehmung und meiner Auffassung von Ästhetik fiel, die Aufgaben zufriedenstellend zu lösen. Ich hatte zu Beginn wenig Vorstellung, worauf die Aufgaben abzielten und hatte Schwierigkeiten damit, Lösungen ohne konkrete Beispiele, nur aus mir heraus, zu entwickeln. Oft bin ich anfangs verzweifelt und musste die Unterlagen auch immer mal weglegen, weil ich nicht weiterkam. Von Michael Becker, dem Dozenten, der meine Fernstudium betreut, hätte ich mir manchmal konkretere Hinweise gewünscht. Auf mich zurückgeworfen zu sein, war oft nicht einfach. In so einer Lage ist es sicher sehr hilfreich, Kommilitonen zu haben, die in der gleichen Lage sind. Ein solcher Kontakt ermöglicht es, sich gegenseitig anzuregen und zu unterstützen. Deshalb war ich sehr froh, in dieser Situation eine Email von einer anderen Fernstudienteilnehmerin zu bekommen, die ähnliche Probleme hatte wie ich. Es tat gut zu merken, dass ich nicht alleine Schwierigkeiten bei der Lösung der Aufgaben hatte, und wir haben uns gegenseitig Tipps und moralische Unterstützung gegeben. Nach einem telefonischem Kontakt mit Michael Becker wurde mir auch klar, dass das auf sich Zurückgeworfensein, ein Stück zum Programm der wfk gehört. Es ist wichtig, dass ich als Schüler lerne, etwas zu kreieren, was ungewöhnlich ist. Ich habe gelesen, dass Kunst mit dem Brechen mit Wahrnehmungsgewohnheiten einhergehen sollte. Meine Wahrnehmungsgewohnheiten aufzugeben war für mich nicht einfach. Aber nur so können meine Bilder letztendlich ungewöhnlicher werden. Seitdem ich begriffen habe, dass die schöpferische Krise zum Schaffensprozess des künstlerischen Wirkens dazugehört, kann ich sie jetzt besser annehmen und aushalten. Seitdem ich positive Rückmeldungen bekomme, macht mir das Studium richtig Spaß. Ich sauge die Theorie in mich hinein und habe jetzt das Gefühl, mein künstlerisches Arbeiten auf einen sicheren theoretischen Sockel stellen zu können.

Im Nachhinein bin ich froh darüber, durchgehalten zu haben, weil ich merke, dass meine visuelle Wahrnehmung sich verändert. Ich beginne meine Bilder anders zu betrachten, suche nach spannungsvollerem Ausdruck und ungewöhnlichen Bildlösungen. Durch das Fernstudium an der wfk ist es mir möglich, professioneller an meine Bilder herangehen zu können. Die Art und Weise, wie die Theorie vermittelt wird, halte ich für sehr fundiert. Durch die praktischen Aufgaben, die zu jeder Lektion dazu gehören, wird es erst möglich, die Theorie zu verinnerlichen und anzuwenden.

Ich bin sehr gespannt darauf, was das Fernstudium mir und meiner künstlerischen Arbeit in Zukunft noch bringen wird.

Beate Gödecke
Jürgen Hertling, Raesfeld bei Bottrop

Als langjähriger Hobbyfotograf war ich nicht immer mit meinen fotografischen Ergebnissen zufrieden.

Schließlich war das Angebot der wfk interessant, nicht nur, weil ich hier ein Fernstudium im Bereich Fotografie absolvieren konnte.

Die Wissensvermittlung ging deutlich mehr ins Detail als Seminare vergleichbarer Schulen. Meine Fragen zu Aufgabenstellungen wurden stets kompetent und freundlich beantwortet. Auch die monatlichen Seminare, die von Wolfgang Becker geleitet wurden, waren lehrreich und unterhaltsam.

Aus zeitlichen Gründen musste ich das Fernstudium leider vorzeitig beenden. Doch das Wissen, das ich mir in diesem Lehrgang aneignete, hat mir tiefere Einblicke in die Fotografie ermöglicht.

Jürgen Hertling, Raesfeld bei Bottrop

 

Erfahrungsbericht zum Monatsseminar bei Wolfgang Becker

Momentaufnahme mit kurzer Belichtungszeit….Atelierbesuch Wolfgang Becker 14.4.2008, von Sylvia v. Bernstorff

Nach kurvenreicher Fahrt und anregender Unterhaltung im Auto mit den wfk-Kolleginnen kamen wir an der umgebauten Scheune, im Atelier und Wohnreich von W. Becker und seiner Ehefrau an. Einer Scheune mit kleinen Mitteln ungewöhnlich zum Lebensraum umgebaut. Es empfängt uns herzlich und Pfeife rauchend Wolfgang Becker, der ehemalige Schulleiter und Begründer der Wiesbadener Freien Kunstschule. Bereits im Eingangsbereich fallen die Kunstwerke auf. Im hinteren Bereich alles voller Grünpflanzen. Ich meine einen Wintergarten erspähen zu können.

Er bittet uns die Treppen hinauf in sein Atelier, nein, – es ist viel mehr – es ist sein Wirkungsraum. Dort hängen vorwiegend seine Werke an der Wand, kein anderer Künstler findet hier Wandkapazität. Ein großer Konferenztisch, an dem wir Schüler später alle Platz nehmen sollen, steht vor uns. Man erspäht eine Vielzahl von Malproben, Entwürfe von Schülern, Pinsel etc. eine große, alte Orgel in der vorderen, linken Ecke des Raumes. Eine schöne schwarze Chaise Long gleich links neben der Tür, auf dem ein schwarzer Panther ruht…..

Er führt uns in den Nebenraum, dort hängen weitere Kunstwerke von ihm. Eine Bücher-Glas-Vitrine mit Kunstbüchern, ein Klavier, ein rötliches Tüchlein schützt die Klaviatur vor Staub, Noten von Bach zieren den Notenhalter. Ich weiß nicht genau, was dominiert: seine Leidenschaft für die Kunst oder für die Musik – ich hätte ihn gerne spielen hören. Das Prunkstück in diesem Raum ist der sehr große, wunderschöne, weiße Kachelofen. Auch in diesem Raum ein großer Tisch, an dem mindestens 6 Personen Platz finden. Beide Räume wirken wie konstruiert, die Tische fordern gleich auf zum Zusammenkommen, zum Reden, zum Austauschen, zum Diskutieren, zum Erfassen.

Wir nehmen alle Platz. Es geht los. Er fragt uns Neulinge, in welchem Semester wir sind und was wir bereits gelernt haben. Wir antworten brav.

Auf dem Tisch sind eine Vielzahl Buntpapiere in verschiedenen Blautönen für uns arrangiert. Wir sprechen über die Farbwirkung, über die Veränderung von Farbe in Interaktion mit anderen Farben. Man spürt, dass es ihm Spaß macht, uns seine Gedanken, sein Wissen weiter zu geben. Seine Gedankengänge sind so komplex, dass er von einem Thema zum anderen schweift. Das macht es so schwer, im Einzelnen wiederzugeben, was gesagt wurde. Doch das Fachliche können wir seinen Schriften und dem Unterrichtsmaterial entnehmen.

Viel wichtiger an diesem Abend war vielmehr die Sinneserfahrung, will meinen, dass Sinne geöffnet wurden, um das anregende, aufregende der Kunst zu erfahren und zu erfassen, sowohl in seiner Stofflichkeit und Form, als auch als Intellektualität, man sieht, hört zu, denkt mit, folgt, erfasst und meint gleich Erkenntnisse zu gewinnen.

Seine im Laufe der Jahre selbstgeschriebenen Notizen und Textsammlungen sind der Versuch, den verschiedenen Themen wie Farbe und Kunst, vor allem den Empfindungen, die diese Themen hervorrufen, sprachlich Ausdruck zu verleihen. Er lässt uns daran teilhaben. Präziser hab ich es bisher selten gehört. Er springt in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart, er will sich mitteilen, will so viel wie nur möglich uns Schülern erzählen, weitergeben, als wäre dieses Treffen unser Letztes.

Seine Standpunkte sind nicht immer die meinen. Dennoch: alles was er sagt, sagt er entschieden, klar formuliert, mit Leidenschaft für das Thema und mit großer Überzeugung, ja man könnte fast sagen, mit einer gewissen Radikalität. Er lebt das, woran er glaubt, mit voller KonsequenzBedingungslos.

Genau das ist es, was er von jedem verlangt, der sich mit diesem Thema ernsthaft auseinander setzen und es verstehen will.

Nachwirkung:

Auf der Rückfahrt mit meinen lieben wfk-Kolleginnen gab es noch reichlich Gesprächsstoff, angeregt durch das Atelier-Erlebnis. Wir haben jede Sekunde ausgenutzt, um uns mitzuteilen, einiges ging durcheinander, mal zustimmend, mal kontrovers, jeder wollte etwas sagen, sich mitteilen. Ein schönes Erlebnis. So muss es sein.

Um schlafen zu können, habe ich zwei große Tassen warmen Kakao trinken müssen, so sehr waren meine Sinnesantennen gereizt, von Müdigkeit erst mal keine Spur. Zufrieden schlummerte ich irgendwann ein.

Am nächsten Morgen klang noch einiges nach. Ich nahm mir mein Notizblock und schrieb Milchkaffee schlürfend meine Erinnerung an diesen Abend auf. Alle Nerven waren noch freigelegt, das schaffen nur Menschen, die mir aus der Seele sprechen, sollte dies Wolfgang Becker gelungen sein? Ich muss zugeben, während ich diese Notizen schrieb, sind mir ohne Dramatik, aber unaufhörlich die Tränen geflossen. Das hatte schon etwas so Skurriles, dass ich lachen musste. Sollte es WB wirklich geschafft haben, Empfindungskanäle frei zupusten? Ja, ich glaube, genau das ist die Frucht dieses Abends.

Diese Sensibilität und darauf folgende Empfindungen zu kanalisieren und mit Hilfe künstlerischer Sprache zum Ausdruck zu bringen wird wohl eine Lebensaufgabe sein: wie wir gestern gehört haben, reicht dafür ein Leben leider nicht aus.
Trotzdem: WEITERMACHEN!

 

Marlen Labus, damals Limbach bei Limburg

Ich habe seit 2001 an der WfK Malerei und später dann auch Fotografie studiert und musste leider durch meinen Umzug bedingt das Studium abbrechen. Es war nicht mein Ziel, einen Abschluss zu erreichen, sondern einfach die Teilnahme an den Vorlesungen und die Gruppenarbeit hat mich sehr motiviert und ein ganzes Stück weitergebracht.

Der Anspruch und das Niveau an der Schule ist sehr hoch, Vergleichbares muss man sicher lange suchen. Ja, und Michael Becker zu verstehen ist nicht ganz einfach. Er ist ein sehr stark philosophisch vergeistigter junger Mann, dessen Anspruch an Kunst- und Kunstvermittlung sehr hoch ist. Seine Beurteilungen sind sehr streng und sehr kritisch, aber auch berechtigt. Mit Lob geht er sehr sparsam um und ist der Überzeugung, nur durch sehr harte Arbeit, unermüdliches Üben ist eine Weiterentwicklung möglich.

Ich bin sehr froh, dass ich eine gewisse Ausdauer hatte, sehr viel gelernt habe, sicher nicht genug, aber eine sichtbar positive Weiterentwicklung wurde mir auch von den anderen Dozenten der wfk und Kollegen bestätigt.

Die Leute, die an die Schule kamen, gaben entweder schnell wieder auf, weil sie den Anforderungen der wfk nicht gewachsen waren oder sich ihnen nicht stellen wollten, oder (siehe mich) eine gewisse Sucht entwickelt haben. Erst als ich schon eine längere Zeit dabei war, entwickelte sich auch bei mir ein besseres Verständnis und der Blick, die Fehler selbst zu erkennen und einen eigenen Ausdruck zu finden. Kompromisse musste ich mit M. Becker auch schließen, anders hätte ich es so lange auch nicht ausgehalten. Wenn man ihm bewiesen hat, dass man die Grundlehre begriffen hat, ändert sich auch seine Beurteilung. Ich kann nur empfehlen, durchhalten, weiterüben, es wird für die Weiterentwicklung nur positiv sein.

Marlen Labus, damals Limbach bei Limburg

 

Caissa Engelke, Stuttgart

Guten Morgen, Herr Becker,

ich freue mich, dass ich gestern den weiten Weg auf mich genommen habe und beim Monatsseminar anwesend war. Ich kann nicht sagen, dass es eine Überraschung für mich war, weil ich mich schon intensiv mit Ihrer Webseite beschäftigt hatte und den Auszügen aus den Lektionen, die Sie mir freundlicherweise zukommen ließen. Von daher war ich mit den Prinzipien und den Zielen Ihres Unterrichts vertraut. Es war jedoch u.a. eine riesen Bestätigung für mich, dass ich mich, obwohl autodidaktisch angeeignet, wenigstens handwerklich bereits auf dem richtigen Weg befinde. Dass ich viel zu arbeiten habe, was Komposition und Farbe betrifft, schreckt mich nicht – im Gegenteil – geistig kremple ich schon die Ärmel hoch. Die Begeisterung von Wolfgang Becker springt noch immer über, wenn er von „Besessenheit“, sogar „Verbissenheit“ (die eigentlich in unserer relaxten Gegenwart bei vielen out ist) und seinen Visionen erzählt. Genau diese Art des Schaffens habe ich auch schon mehrfach bei mir erleben können – und es ist, wie er sagt – so erfüllend wie sonst kaum etwas auf der Welt!!! Ich hätte ihn gern als jungen Mann erlebt – ich hätte vielleicht (da auch jünger und unbelasteter) beruflich alles hingeworfen und wäre einen anderen Weg gegangen. Ja, hätte… – aber jetzt möchte ich den Standard, den mir meine Berufstätigkeit ermöglicht, auch nicht mehr missen. Er gibt mir auch die nötige Entspannung und Sicherheit, mich wieder, nach fast 30 Jahren Pause, mit Malerei beschäftigen zu können. Gern nehme ich darum an einem Ihrer nächsten Seminare teil. Der Zeitpunkt meines Fernstudiumbeginns liegt für mich noch nicht ganz fest, aber wahrscheinlich wird es der November, da dieser bei uns meist ruhiger ist. Ich melde mich zu gegebener Zeit bei Ihnen.

Herzliche Grüße von Caissa Engelke, Stuttgart

 

Über Kunst und Können

Von Kristine Dinger

Nun jährt sich bald mein Eintritt in die wfk und ich nehme diesen Zeitpunkt gerne
zum Anlass, meine Erfahrungen des letzten Jahres in „knapper Form“ schriftlich festzuhalten.
Noch gut erinnere ich mich meiner anfänglich diffusen Vorstellungen von einem Kunststudium.
Kunst lernen? Was mag man sich darunter vorzustellen haben?
Heute kann ich es besser formulieren:
Unseren Blick öffnen, das uns innewohnende schöpferische Potential freilegen, die gelösten Kräfte kanalisieren, fundierte Erkenntnisse über die Aussage von Kunstwerken gewinnen und dieses Wissen als schaffender Künstler in das eigene Werk einzubringen lernen.

Ich sage es rundheraus: Der Weg war nicht immer leicht oder gerade.
Wir haben viele Aufgaben zu bewältigen, an denen ich mir manchmal fast die Zähne ausgebissen habe. Aber wie beglückend, wenn man eine schwierige Aufgabe letztendlich befriedigend gemeistert hat.

Als besonders angenehm empfand ich die freundliche, lockere Atmosphäre an der wfk.

Keiner muss hier für sich alleine kämpfen. Reger geistiger Austausch und Hilfsbereitschaft sind unter den Schülern und von Seiten der Dozenten eine Selbstverständlichkeit.

Ein wunderschönes Miteinander lässt die Unterrichtsstunden und die gemeinsame Atelierarbeit zu einem Schmelztiegel kreativer Energien werden.

Obwohl mich mein „unruhiger Geist“ für einige Zeit auf Abwege und somit von der wfk wegführen wird, kann ich das Studium hier wirklich empfehlen!

Kunst ist wohl nicht zu lernen, wohl aber das Verständnis dafür.
Können muss man sich in harter Arbeit aneignen.
Für beides ist an der wfk ausreichend gesorgt!

Kristine Dinger, Wiesbaden

Malerei / Projekt R. Naumann

Hallo Herr Becker,
einerseits empfinde ich die vier Darstellungen von Rinde auch als dekorativ, aber andererseits ist das meiner Meinung nach  noch  im künstlerischen Bereich .
Ich bin einer weiteren Bildidee nach gegangen , inspiriert von den Bäumen um mich herum .
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Besonders von einem hochgewachsenen Giganten ,  der mit Moos und Flechten bedeckt ist und an einer Seite  einen roten Farbstreifen zeigt .
In der Natur sieht es für mich auch schon dekorativ aus,
aber ich versuchte meine freie Umsetzung .
Liebe Gruße
RN
Liebe Frau Naumann,
wenn man sich einen Baum ansieht, der von ansehnlichen Flechten und Moosen durchsetzt ist, dann mutet Ihre Darstellung doch noch etwas zu mager an. Es wäre also eine besondere Herausforderung, dem ästhetischen Spiel der Natur ein entsprechendes künstlerisches gegenüberzustellen.

Online-Kunst-Seminar (kostenfrei) / Thema: Gefangenschaft

Thema: Gefangenschaft

Erarbeiten Sie folgende Aufgabenstellung malerisch, zeichnerisch oder fotografisch:

Gefangenschaft: Versuchen Sie den besonderen Ausdruck von Gefangenschaft zu vermitteln. Beachten Sie dabei, dass es nicht um die plumpe Darstellung eines Gefangenen hinter Gittern gehen soll. Nein: Gefangenschaft als autonomen bildnerischerischen Ausdruck. Man kann auf Ihre Ideen gespannt sein. Alles Weitere wird sich über die intensiven Diskussionen ergeben. Viel Spaß!